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Bildgestaltung – von der Idee zum gelungenen Bild

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     erstellt von PantherMedia in Zusammenarbeit Stefanie Aumiller

Der Einstieg in die Fotografie

Viele (Hobby-) Fotografen kennen dies aus ihren Anfängen. Sie haben sich die erste Kamera gekauft und haben schon eine Menge toller Bilder gesehen. Also ziehen Sie los und wollen auch diese Qualität produzieren. Aber auf einmal wissen Sie nicht, wo Sie anfangen sollen. Welche Motive sollen Sie ablichten? Wie können Sie die Menschen und Gegenstände im Bild positionieren, dass es gut aussieht? Ihr Kopf ist auf einmal ganz leer und ideenlos! Wie nutzen Sie am besten das Licht aus? Sie knipsen viele Bilder und sind gespannt. Aber…wieso sind die Aufnahmen nicht gelungen?

Keine Angst. Dies ist ganz normal. Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Um die notwendige Erfahrung zu sammeln, müssen Sie sich Schritt für Schritt an das Thema heran tasten. Wir wollen Ihnen mit diesem Leitfaden einen kleinen Einstieg geben, wie die Profis ihre Erfahrung gesammelt haben. Nach einer Zeit laufen die beschriebenen Schritte unterbewusst ab. In den Anfängen sollte man sich aber einiger Grundlagen bewusst sein.

Kreation

Die Fotografie ist ein Zusammenspiel aus Technik und dem fotografischen Auge. Die Technik hat gewisse Rahmenbedingungen, die man nach einer gewissen Zeit verinnerlicht und im Schlaf beherrscht. Viel schwieriger ist es, das fotografische Auge zu entwickeln. Das fotografische Auge kann man mit viel Praxis und Erfahrung ausbauen. Ein gewisser Anteil Talent ist jedoch auch nötig. In diesem Aspekt unterscheiden sich die Fotografen voneinander. Jeder Fotograf hat seinen individuellen Stil, der sich in den Bildern widerspiegelt. In den folgenden Absätzen wollen wir einen Rahmen setzen, wie man das fotografische Auge schulen kann. Letztendlich gibt es dafür aber keine Regeln. Kreativität kennt eben keine Grenzen! 

Gestaltung

Zu allererst stellt sich die wohl schwierigste Frage: Wie gestaltet man denn eine tolle Aufnahme?

In einigen Fällen zählt einfach die Fähigkeit mit schnellen Augen eine Situation zu erfassen – und diese durch rechtzeitigen Druck auf dem Auslöser auch festzuhalten. Dies sind die spontanen und ungeplanten Fotos in der „Wildnis“, bei denen man keine Zeit hat das Objektiv zu wechseln oder auf die passende Diagonale im Bild zu achten.

Jedoch lassen sich auch Bilder im gewissen Rahmen gestalten. Hierfür ist Kreativität, Planung, Erfahrung und Wissen um die Objekte (Gegenstände, Menschen, Tiere, etc.) und deren Wesen von Nöten. In den nächsten Kapiteln finden Sie nötige Hintergrundinformationen zur Gestaltung eines Bildes.

Sehen

Ein erster Schritt zum Foto ist das Erkennen gewisser Situationen und Verhältnisse. Entgegen weitläufiger Meinung ist das Auge des Fotografen keinesfalls größer als die Augen seiner „normalen“ Mitmenschen. Sie sind höchstens geübter darin, rechteckige Bilderrahmen in eine ungerahmte Realität zu legen, Ausschnitte der Realität zu wählen, optische Zusammenhänge herzustellen oder das Licht und den Schatten so anzuordnen, dass das Bild einem Betrachter interessant, aufregend, schön oder hässlich erscheinen lässt.

Dieses Sehen orientiert und entwickelt sich entsprechend des persönlichen Geschmacks und der individuellen Auffassung des einzelnen Fotografen.

Licht und Schatten

Für eine perfekte Aufnahme muss das Licht stimmen. Hier kann man grundsätzlich zwischen Indoor- und Outdoor-Fotografie unterscheiden. Innerhalb eines Gebäudes ist es sehr schwierig, das perfekte Licht ohne eine Blitzanlage zu bekommen. Achten Sie bei dem Einsatz mit dem Blitz darauf, dass die Objekte keinen Schlagschatten bekommen. Dies können Sie verhindern, indem Sie das Objekt, also den Menschen und das Tier, von mehreren Seiten gut ausleuchten. Ohne zu tief in die Studio-Licht-Theorie einzutauchen: beleuchten Sie das Objekt von beiden Seiten, schräg vorne. Je nach Lichteffekt können Sie eine Seite stärker als die andere beleuchten. Als Lichtquelle kann ein Studio-Blitz dienen, ein (Bau-) Strahler, oder eine starke Lampe. Achten Sie darauf, die Lichtquellen bzw. die Lichttemperatur nicht zu mixen (Kunst- und Tageslicht). Wenn das Objekt gut ausgeleuchtet ist, können Sie in diesem Fall auch auf den Blitz verzichten.

Das perfekte Licht ist aber manchmal fernab des Studios nicht möglich, da man auf das natürliche Sonnenlicht angewiesen ist. Die besten Zeiten haben Sie ab Sonnenaufgang bis 10 Uhr morgens, und von ca. 16 Uhr abends bis Sonnenuntergang. Die Mittagssonne bringt für die Aufnahmen ein zu hartes Licht mit sich. Aufheller, z.B. weiße Tücher oder Pappen, werden bei Outdoor-Aufnahmen so platziert, dass das Hauptlicht (Sonnenlicht) in die aufzuhellenden Bereiche gelenkt wird. Aber auch bei Regen oder bewölktem Wetter lassen sich interessante Aufnahmen erstellen. Durch den Einsatz von Licht und Schatten können Sie sehr starke und aussagefähige Effekte erzielen. So zum Beispiel Gegenlichtaufnahmen, welche die Schattierungen der Objekte besonders interessant darstellen. Öffnen Sie in diesem Fall die Blende ein oder zwei Stufen höher, so dass die vor der Gegensonne spazierenden Objekte auch noch ein wenig Zeichnung abbekommen. Beim Fotografieren unter schwierigen Lichtverhältnissen ist es empfehlenswert, nicht allzu genau auf die Vorgaben des Belichtungsmessers zu achten. Betrachten Sie die angezeigten Werte als ersten Anhaltspunkt und experimentieren Sie mit verschiedenen Blendenstufen und Verschlusszeiten.

Beschränken Sie nicht den Horizont

Menschen und Tiere lassen sich grundsätzlich nicht in einem einzigen „Denkmalfoto“ abschließend darstellen. Das Wesen eines Menschen oder eines Tieres drückt sich in seinem Verhalten aus. Dieses Verhalten wird durch eine Vielzahl von Lebensäußerungen dargestellt, die - jede für sich – wesentlich ist und den Menschen bzw. das Tier beschreibt. So ergibt sich für jeden Menschen bzw. jedes Tier – und in Kombination - eine Vielzahl an Darstellungsmöglichkeiten:

  • In seiner / ihrer Art typischen Umgebung
  • Aus mehreren Perspektiven
  • Mit verschiedenen charakteristischen Verhaltensweisen
  • Mit mehreren emotionalen Bildaussagen (Freude, Trauer, Stolz, Ehrgeiz, Hass, Ekel, etc.)

Tipp: Ein gutes Aktionsfoto gelingt selten, auch wenn man denkt: Jetzt hab ich den Knaller! …verwackelt, zu früh, zu spät, zu hoch, zu tief… Deswegen sollte man einfach öfters mal auf den Auslöser drücken. Es lohnt sich!

Kenntnisse des Verhaltens

Bevor man einer Person oder einem bestimmten Tier mit der Kamera auf dem Pelz rückt, lohnt es sich in jedem Fall etwas über seine/ihre Eigenschaften, das Wesen und das Verhalten zu erfahren. Welcher Typ Mensch ist das Model? Was sind die körperlichen Eigenschaften? Wie bewegt sich ein Tier, wann ist es wach und wann schläft es, welche Dinge macht es am Liebsten. Erfährt man etwas über das Wesenvon Menschen und Tieren, so kann man gewisse Situationen antizipieren und den Sucher entsprechend ausrichten sowie den Finger am Auslöser bereithalten.

Informationen dazu erhalten Sie im Internet, in Bibliotheken und in Gesprächen mit den Personen bzw. Besitzern/Züchtern von Tieren. Sprechen Sie mit den Models, lernen Sie diese kennen. Erfahren Sie etwas über die Person und den Charakter.

Drehplan

Ein Drehplan klingt nach sehr gestellten Fotos. Das muss aber nicht zwangsläufig so sein. Hier unterscheiden wir einmal streng zwischen reiner Tierfotografie und People-Fotografie.

Nehmen wir an, Sie wollen mal einen Maulwurf fotografieren. Hier sollten Sie einen Drehplan entwerfen, der unter anderem folgende Fragen behandelt: Wann kommt ein Maulwurf zum Vorschein? Wie nahe darf ich an dem Maulwurfhügel heran gehen, ohne dass ich entdeckt werde? Welches Objektiv benötige ich dafür? Welche Lichtverhältnisse hat es dann? Welche Einstellungen sollte ich wählen? Welche Lichtempfindlichkeit? Benötige ich ein Stativ? In welchen Posen möchte ich den Maulwurf erwischen? Welche gibt es eigentlich? Sie sehen, je besser man auf diese Situation vorbereitet ist, desto besser ist der Erfolg. Ein Maulwurf zeigt sich nicht sehr lange und dann sollte alles perfekt vorbereitet sein!

Genauso ist es mit den Menschen, auch in Kombination mit Tieren. Wie in einem Spielfilm sollten Sie sich auch in der Fotografie einen Drehplan schreiben. Nicht nur ein Drehbuch, sondern den gesamten Plan. Lassen Sie uns mal gemeinsam einen Drehplan, oder modern: ein Storyboard, entwickeln.

Schritt 1: Definieren Sie Ihre Ziele und die Bildaussagen

Zu Beginn sollten Sie sich grundsätzlich klar werden, welche Aussage Ihre Bilder haben sollen bzw. für welchen Zweck Sie die Fotos produzieren. Ist es für ein Geschenk, wollen Sie über ein Thema oder über einen Menschen berichten, ist es für Ihre persönliche Galerie oder für einen Wettbewerb? Informieren Sie sich genau! Was genau ist das Ziel? Wie können Sie das Ziel erreichen? Welche Bildaussage soll dargestellt werden? Fassen Sie alle Bildaussagen zu einem Katalog zusammen? Wir spielen den Drehplan mal an einem Beispiel durch: Ein Foto soll als Bildaussage „Freundschaft“ ausdrücken!

Schritt 2: Wie kann ich die Bildaussage erreichen?

Nun haben wir eine Liste an Bildaussagen. Aber wie können wir erreichen, dass ein Bild beim Betrachter eine gewisse Reaktion (Gefühle und Emotionen) auslöst? Werden Sie sich bewusst, welche Gefühle und Emotionen Sie mit der Bildaussage assoziieren. Schreiben Sie diese zu der jeweiligen Bildaussage. In unserem Beispielfall wären dies für den abstrakten Begriff „Freundschaft“ folgende Gefühle und Emotionen: Liebe, Zuneigung, Vertrauen, Geborgenheit, Wertschätzung, Freude,  Unterstützung, Zusammenhalt, Spaß haben, etc.

Schritt 3: Wie drücke ich Gefühle und Emotionen aus?

Dies ist wohl der schwierigste Punkt, sowohl für den Fotografen als auch für das Model. Wir können in diesem Kurs keine Anleitung geben, wie Sie sich zum Schauspieler entwickeln. Aber auch die Schauspieler greifen auf theoretische Grundlagen und praktische Tricks zurück. Wir wollen hier eine kleine Unterstützung geben. Bitte lesen Sie auch im nächsten Punkt einige Hintergrundinformationen zum Thema Gefühle und Emotionen.

Sie als Fotograf haben folgende Aufgabe: Erfinden Sie eine Geschichte, die eine gewisse Gefühlsregung oder Emotion auslöst und diese beschreibt. Beschreiben Sie eine Situation. Darüber lassen sich am Besten Emotionen ausdrücken. Seien Sie kreativ und überlegen Sie sich eine spannende und ausführliche Geschichte. Gehen Sie dabei besonders auf das Gefühl und die Emotion ein. In den meisten Fällen kann man auch auf einen mehrjährigen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Viele Gefühle und Emotionen hat man selber schon erlebt. Erinnern Sie sich an die Situation und beschreiben Sie ihre Gefühle.

Ihr Freund befindet sich seit einigen Monaten im Ausland. Sie haben wenig Kontakt zu ihm und vermissen ihn schon seit Wochen. Seine Heimkehr steht allerdings kurz bevor. Sie fahren an dem Flughafen, um ihn zu Überraschen. Sie sind aufgeregt. Sie zittern und ihr Herz rast vor Aufregung. Dann öffnen sich die Türen. Ein anderer Passagier. Nochmal. Schon wieder jemand anders. Dann plötzlich kommt er aus der Tür und schaut sich um. Sie gehen mit einem Lächeln auf ihn zu. Er bemerkt Sie erst nicht. Dann treffen sich die Blicke. Beide fangen an zu lachen und umarmen sich. Dann schlagen Sie sich beide auf die Schulter… (Zeit genug, um öfters auf den Auslöser zu drücken…).

Erfinden Sie Geschichten und malen Sie diese aus. Schreiben Sie diese zu einem Drehbuch zusammen. Es kann gut sein, dass Sie für jedes Bild eine neue Geschichte erfinden müssen.

Schritt 4: Bereiten Sie Ihre Ausrüstung und das Bühnenbild vor

Bevor Sie anfangen, die Models zu arrangieren und eine Geschichte zu erzählen bzw. eine Situation vorzubereiten, seien Sie sich über die technischen Voraussetzungen bewusst, z.B. Licht, Schatten, Blende, Verschlusszeit, Objektiv. Welches Bühnenbild und welche Dekoration benötigen Sie, um ihre Geschichte zu untermalen? Gehen Sie auf Suche nach dem richtigen Ort, arrangieren Sie eventuell Kleinigkeiten neben dem Model. Platzieren Sie das Model im richtigen Licht. Welche Kleidung trägt das Model? Passt es zur Umgebung oder stechen sich die Farben? Ist das Model geschminkt? Wie? Passt die Maske zur Kleidung und Umgebung? Passt sie vor allem zur Bildaussage?

Schritt 5: Werden Sie zum Regisseur

Nachdem Sie sehr viel Vorarbeit geleistet haben, geht es nun endlich mit dem Fotografieren los. Erzählen Sie ihre Geschichte und bringen Sie die Models in Stimmung. Es ist außerordentlich wichtig, wie Sie diese Geschichte rüberbringen. Je besser Sie die Geschichte moderieren, desto einfacher ist es für das Model sich in diese Situation zu versetzen. Geben Sie Anweisungen, wie sich das Model drehen soll, welche Haltung das Model einnehmen soll, was es machen soll. Gerade in Interaktion mit Tieren ist es schwierig, in einem Moment von beiden Akteuren die richtige Mimik und Gestik zu bekommen. Experimentieren Sie viel mit dem Augen- und Körperkontakt zwischen Tier und Mensch. Vergessen Sie neben der ganzen Regie-Arbeit nicht den Auslöser zu drücken. Sie haben nun folgende Aufgaben gleichzeitig:

  • Sie erzählen eine Geschichte, um Emotionen zu erwecken/provozieren.
  • Sie arrangieren die Models entsprechend der Bildaussage, dem Licht und dem Bühnenbild.
  • Sie fotografieren mit den richtigen Einstellungen und ändern diese im Laufe des Shootings.
  • Sie sehen, der Beruf des Fotografen ist nicht einfach. Und äußerst kreativ!

    Gefühle und Emotionen

    Für uns Menschen gibt es immer zwei Kommunikationsebenen, eine verbale, die den Inhalt einer Information durch Worte vermittelt und eine nonverbale durch die Sprache des Körpers.

    Körpersprache und Körpersignale drücken sich aus über Mimik, Blicke, Gesten und Körperbewegungen, Stimmtonaliät, nonverbale Laute, Körperhaltung, Körperkontakt, räumliches Verhalten, Kleidung, Schmuck, Schminke, Körperbau und andere Aspekte der äußeren Erscheinung. Unser Körper reagiert immer auch spontan und kann sich nicht so verstellen, wie das unsere Worte tun. Die Körpersprache dominiert über die Sprache der Worte. Wir sagen ja auch „Ein Blick, eine Geste sagen mehr als tausend Worte“. Körpersignale sind uns oftmals nicht bewusst, werden aber von den anderen wahrgenommen.

    Es gibt einen entscheidenden Unterscheid zwischen Gefühlen und Emotionen. Gefühle sind alles, was wir durch sinnliche Eindrücke wahrnehmen. Von außen kommt das Gefühl der Wärme und Kälte. Diese Gefühle bringen einen nicht aus dem Gleichgewicht. Habe ich einen Wunsch durch ein Gefühl, so erfülle ich mir diesen. Mir ist kalt, ich ziehe einen Pulli an. Emotionen sind anders. Sie bringen uns auf die eine oder andere Weise aus dem Gleichgewicht. Emotionen können z.B. sehr positiv sein, zum Beispiel beim Anblick eines schönen Fotos eines vergangenen Urlaubes. Emotionen können aber auch negativ sein. Eine enttäuschte Liebe zum Beispiel. Diese Emotionen entladen sich über ein Ventil. Der emotionale Überdruck im Körper entlädt sich und wird durch diverse Körpersignale signalisiert, z.B. über die Mimik, Muskelanspannung (oder, führt wenn es zu keinem ‚Druckausgleich’ kommt zu psychosomatischen Erkrankungen). 

    Gefühle und Emotionen lösen gewisse Reize aus, das Gesicht und der Körper reagieren entsprechend. Diese Reize sehen immer unterschiedlich aus. Beißen Sie mal in eine Zitrone und Sie sehen, welches Gefühl sich auf Ihrem Gesicht abzeichnet. Die Emotion, z.B. Trauer, dagegen ist schwerer nachzustellen und ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt.

    Technik

    Belichtung, Blende und Verschlusszeit

    Tipp: Zu den Grundsätzen der Belichtungszeit (oder auch Verschlusszeit genannt) und der Blende, sehen Sie bitte die E-Learning Kurse auf PantherMedia.

    Das Arbeiten mit Verschlusszeit und Blende ist zentraler Bestandteil der Fotografie, in diesem speziellen Genre wichtiger denn je. Manchmal ergibt sich der perfekte Moment innerhalb weniger Zehntel Sekunden und ist auch genauso schnell wieder verschwunden.

    Ein seltener Vogel, raufende Kinder…. Alles Szenen, die das Herz eines Fotografen höher schlagen lassen und ihn zum Auslösen animieren. Aber wie sorgt man dafür, dass die Kinder nicht nur auf der Wiese so dynamisch, sondern auch auf dem Bild so dynamisch wirken? Jedes Tier bewegt sich mit einer unterschiedlichen Geschwindigkeit in der Umgebung, oder besser: im Sucher. Je nach Situation und gewünschtem Motiv muss die richtige Belichtungszeit gewählt werden.

    Jedem Motiv lässt sich ein bestimmter Lichtwert zuordnen, der von mehreren Faktoren abhängig ist:
    • Stärke der Lichtquelle
    • Brennweite des Objektivs
    • Schnelligkeit des Motivs
    • Gewünschte Schärfentiefe
    • Fotografische Effekte, z.B. Bewegungsunschärfe

    Hier können verschiedene Maßnahmen getroffen werden, um diese Werte zu beeinflussen:

    • Einsatz eines Stativs
    • Wahl von verschiedenen ISO Werten (Lichtempfindlichkeit des Films/der Aufnahme)
    • Brennweitenänderung

    Gehen wir von einem normalen Wert bei guter Beleuchtung aus: Blende 16 mit einer Verschlusszeit von 1/125s. Bei diesen Einstellungen kann man zwar das Bild mit einer gewissen Schärfentiefe und schönen Farben festhalten, aber hat man die Möglichkeit nah an das Objekt heranzugehen? Meist sollte man doch genug Abstand zum Tier und dem Menschen halten, so dass man unbemerkt natürliche Bilder machen kann (z.B. Kind und Katze beim Spielen). Hier benötigt man dann schon ein Teleobjektiv. Bei 300mm sollte man dann schon eine schnellere Verschlusszeit wählen, z.B. 1/500s. Somit muss man dann schon auf Blende 8 umstellen. Schiebt sich nun die Wolke vor die Sonne, so hat man nur noch die Möglichkeit mit einem Stativ zu arbeiten (und somit die Verschlusszeit wieder kürzen) oder eine höhere Lichtempfindlichkeit (ISO) zu wählen.

    Wie Sie sehen, auch in der Vorbereitung Ihres Shootings fallen einige Vorüberlegungen an, um perfekte Aufnahmen zu bekommen. Aber keine Angst, die Spontaneität sollte keinesfalls zu kurz kommen. Mit der gewissen Portion Erfahrung kommt dies von alleine. Auch die Technik mit ihren Lichtstarken Objektiven und hohen ISO-empfindlichen Aufnahmen ermöglicht spontanes und hoch-qualitatives Fotografieren. Zudem gibt es dann immer noch die digitale Bildbearbeitung als letzte Möglichkeit.

    Objektivauswahl

    In der Regel reicht für viele Aufnahmen eine Brennweite zwischen 25 und 55 mm.

    Teleobjektiv
    In der Tierfotografie allgemein, als auch in der People-Fotografie, wird häufig ein Teleobjektiv verwendet. Dies hat mehrere Gründe:

    • Um eine Situation unbemerkt und natürlich festzuhalten. Dies erfordert meist Distanz zum Objekt, um nicht entdeckt zu werden.
    • Bei gefährlichen Tieren ist ein ordentlicher Sicherheitsabstand einzuhalten. 
    • Teleobjektive bieten eine bessere Schärfentiefe. So kann man das Objekt besser vom Hintergrund herausstellen.

    Um die Augenblicke zwischen Menschen und/oder Tier festzuhalten,  empfehlen sich Aufnahmen aus sicherer Entfernung zu den Aufnahmeobjekten. Probieren Sie es mal: Verstecken Sie sich und beobachten Sie Kind, Mutter, Vater, Oma, Opa, das Haustier, den Löwen in der Wildnis.

    Weitwinkel-Objektive
    Wenn es darum geht, den Mensch und/oder das Tier in seiner Umgebung festzuhalten, so empfiehlt sich auch der Einsatz eines Weitwinkel-Objektives. Mit diesem Objektiv kann man auch dramatische Vordergrund-Hintergrund-Effekte erzielen. Fotografieren Sie doch mal mit einem Super-Weitwinkel oder Fish-Eye-Objektiv eine Fliege auf der Nase eines Menschen…

    Macro-Objektive
    Das Marko-Objektiv dagegen lässt Sie die Welt der Kleintiere nachvollziehen. Mit diesem Objektiv können Sie Abbildungsmaßstäbe von bis zu 1:1 einstellen. Hier lassen sich die Details der Tiere und der Menschen deutlich hervorheben und in einem anderen Licht erscheinen.

    Wie Sie abschließend bemerken, kann man durch den Einsatz verschiedener Objektive Situationen festhalten, die weit über die Realität des menschlichen Auges hinausgehen. Es ergeben sich viele Möglichkeiten, wie man das Zusammenleben, das Miteinander von Mensch und Tier kreativ darstellen kann.

    Schlußwort

    Zum Abschluss sei noch eine weitere Fähigkeit erwähnt, die für einen Fotografen äußerst wichtig ist. Und zwar die Fähigkeit durchhalten zu können. Manchmal muss man mehrere Stunden auf das richtige Licht warten, das richtige Motiv, die richtige Reaktion, das perfekte Zusammenspiel. Und dann drückt man ab und …falsche Einstellung! Und schon wieder eine verpasste Chance. Die Fähigkeit auch nach neun Niederlagen in der Lage zu sein, Enttäuschung und Verbitterung zur Seite zu schieben um doch noch beim zehnten Mal den Volltreffer zu landen. Die Fähigkeit, die Zweifel zu überwinden. Die Fähigkeit, im Kampf gegen sich selber zu gewinnen.

    Mag die Ausrüstung und die technische Erfahrung auch noch so gut sein, diese Fähigkeit ist notwendig.

     

     
     



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